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Visionen verbinden: wie zwei Frauen für die Rechte der „Untouchables“ in Indien kämpfen

  • 26. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Wie zwei Frauen für die Rechte der „Untouchables“ in Indien kämpfen, indem sie ihnen eine Stimme und ein Gesicht geben.

Ina Schüssler aus der Eifel und Prabha aus Chennai, Indien haben einigen Englisch-Kursen der Oberstufe heute die Chance gegeben, das Lehrplanthema „Indien“ eindrücklicher zu vermitteln, als Texte und Filme es je könnten.

Gemeinsam sind wir eingetaucht in den Alltag der „Unberührbaren“ von Chennai: in ihre Lebensrealität, ihre Herausforderungen, Sorgen, Hoffnungen und Zukunftsträume. Fernab von abstrakten Begriffen und theoretischem Wissen entstanden mittels Bilder, Videos und Berichten Inas direkt aus den Kolonien Begegnungen, die berührt haben. Ina stellte zahlreiche Projekte vor, die bereits mit Spenden über ihre GoFundMe Kampagne finanziert werden konnten, wie die Anschaffung von Decken, Hühnern, Pflanztöpfe mit Samen und einem Frischwassertank.

Prabha war dann unser virtuelles Fenster nach Indien. Sie selbst kommt aus der höchsten Kaste, der Brahmanen, wurde aber durch ihre Arbeit mit den „Unberührbaren“ selbst für ihre Familie und Freunde zu einer. Prabha war live aus Chennai zugeschaltet und beantwortete mit großer Freude die vielen klugen, direkten und reflektierten Fragen der Schülerinnen und Schüler. Ihre Antworten gingen dabei oftmals unter die Haut: 50% der „Unberührbaren“ erreichen nicht das 60. Lebensjahr, 13-jährige Mädchen werden an Männer zwangsverheiratet, Kinder, die auf die Straße betteln gehen, verschwinden plötzlich.

200-240 Millionen und somit 16- 20% der indischen Gesamtbevölkerung zählen zu den „Unberührbaren“. Dass die Verfassung dieses Kastensystem seit Jahrzehnten verbietet, ist in der Realität noch nicht angekommen. Im Gegenteil, denn wenn man einer so großen Gruppe „einen Stempel aufdrückt“, dass ihr Schicksal kein Zufall ist, sondern das Ergebnis schlechten Karmas aus dem früheren Leben, „muss man auch keine (finanzielle) Verantwortung für diese übernehmen“, so Ina.

Dass rund 80 Schülerinnen und Schüler mit ihren begleitenden Lehrkräften nach den 90 intensiven Minuten nicht entmutigt und einem Gefühl der Ohnmacht den Raum verlassen haben, verdanken wir der engagierten Arbeit der beiden Aktivistinnen und ihrem Denkansatz, den sie uns mit auf den Weg gegeben haben: „Wenn die Alternative zu einem kleinen Schritt die ist, gar keinen Schritt zu machen, dann ist die Antwort doch klar.“ Und so traut sich auch Ina weiter zu träumen:

„Der monatliche Lohn eines indischen Lehrers beträgt umgerechnet nur etwa 100 Euro. Wenn es gelingt, pro Kolonie zwei Lehrer über ein ganzes Jahr hinweg zu finanzieren, könnte daraus etwas entstehen, das lange unmöglich erschien: Bildung als Schlüssel. Ein Schulabschluss als echte Chance. Und vielleicht ein erster Schritt hinaus aus dem Kreislauf von Ausgrenzung, Armut und Perspektivlosigkeit.“

Nach der Brunnenbohrung, die in der kommenden Woche in einer der Kolonien ansteht, heißt der nächste große Schritt: students for students. Ob daraus Begegnungen vor Ort werden, Spendenaktionen, oder weitere Veranstaltungen wie die heutige, darüber erfahrt ihr hier mehr, und auf Ina Schüsslers youtube-Kanal.


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