Von Anna Lena Ostermann

Wenn die schriftlichen Abiturprüfungen abgeschlossen sind und die letzten Schultage für die Schülerinnen und Schüler eines Abiturjahrgangs angebrochen sind, beginnt eine Zeit für besondere Aktivitäten. So ist es bereits zur Tradition geworden, dass die jeweiligen Vorschulkinder der Integrativen Kindertagesstätte der Lebenshilfe Prüm e.V. in die Räume des Fachbereichs Chemie des Regino-Gymnasiums kommen und mit Schülerinnen und Schülern eines Chemiekurses experimentieren. Am Freitag, dem 14. Februar 2020, ist es wieder soweit: Neun Vorschulkinder kommen zusammen mit ihren Erzieherinnen – Claudia Keilen-Thommes, Petra Kewes und Ganja Monners – und werden von den jungen Damen und Herren des Grundkurses Chemie (13ch1) empfangen. Rainer Mähling, Vertreter der Schulleitung des Regino-Gymnasiums, und Anna-Lena Ostermann, Schülerin des Kurses 13ch1, begrüßen die kleinen Gäste. An den einzelnen Tischen sind Experimentierstationen von den Abiturienten des 13ch1 sorgfältig vorbereitet und aufgebaut. Die Kinder verteilen sich in Zweierteams auf die einzelnen Stationen und führen die Experimente durch. Die „Großen“ erklären, unterstützen und leiten an .... 

Das Brennen einer Kerze kann immer wieder für verblüffende Experimente herangezogen werden. Stellt man die brennende Kerze in Wasser und stülpt ein Glas darüber, so geht sie aus. Das prognostizieren die Vorschulkinder richtig. Aber: Beim Ausgehen saugt sich Wasser in den Becher, die Kerze wird angehoben. Das wiederum sorgt für großes Erstaunen. Warum? Der bei der Verbrennung des Wachses unter dem Glas verbrauchte Sauerstoff wird durch Wasser ersetzt.  

Ein ungewöhnliches Farbenspiel der besonderen Art bieten einfache Filzstifte und Smarties: Malt man ein beliebiges Muster mit einem Filzstift auf ein Stück Filterpapier, welches durch ein Röhrchen mit Wasser in Verbindung steht, so werden seine einzelnen Farbbestandteile aufgetrennt und sichtbar. So setzt sich die Farbe Schwarz beispielsweise aus den Farben Rosa, Gelb, Orange und Blau zusammen. Erstaunlich, oder? Füllt man eine Petrischale mit bunten Smarties und gibt Wasser über diese, so nimmt das Wasser die bunten Farben der Smarties auf, während letztere sich entfärben und weiß werden.   

Aus zusammengerührten „Haushaltschemikalien“ wird ein bunter, heftig sprudelnder Vulkan. Bunte Schaummassen im Standzylinder entstehen beim Zusammenschütten von Essig mit Backpulver in Anwesenheit von Spülmittel und Lebensmittelfarbe und breiten sich großflächig über den Tisch aus … eine kleine Ferkelei, die viel Freude macht.  

Das Thema „Fliegen“ wird ebenfalls in den von den „Großen“ vorbereiteten Experimenten berücksichtigt: Eine brennende Teebeutelrakete saust bis zur Decke des Chemiesaals; ebenso wird Elefantenzahnpasta gezaubert, die durch starkes Aufschäumen bis zu 2 Meter in die Luft geschleudert wird. Am Ende gibt es einen verdienten „Forscher-Orden“, bevor sich alle zum finalen Experiment auf den Schulhof begeben.   

Auch hier geht es um eine Rakete, die durch reinen Wasser- und Sauerstoff in einer 0,5 L – Flasche angetrieben wird. Durch die sogenannte Knallgasreaktion kommt es zu einer heftigen Detonation nach Zündung des Gasgemisches mit einer Kerze an einem Besenstiel; die Flasche wird ca. 20 Meter in die Luft katapultiert, man hört einen lauten Knall. Ein gelungener Abschluss, der große und staunende Kinderaugen hervorruft…   

Für mich war es schön, zu sehen, wie wir alle zusammen experimentiert haben und sich die „Großen“ um die „Kleinen“ kümmerten. Schüler wie Vorschulkinder hatten Spaß an dieser doch etwas anderen Form von Unterricht, die anfängliche Unsicherheit war schnell verflogen. Ich finde es toll, wie man die Kinder begeistern kann und wie neugierig sie sind. - Für uns war diese Chemiestunde sicherlich eine echte Herausforderung, allerdings auch eine sehr bereichernde Erfahrung.

„Die Selbstständigkeit der Kinder war noch beeindruckender als die Experimente selbst. Und am Ende des Tages gibt es nichts Schöneres, als die staunenden Gesichter der kleinen Wissenschaftler zu sehen.“ (Hannes Keller)

Von Tijmen Vos, Klasse 8P

Das 'Weekend van de Wetenschap' ist eine niederländische Veranstaltung für Wissenschaft und Technologie, die jedes Jahr am ersten Wochenende im Oktober stattfindet. Man kann dann verschiedene Forschungsinstitute, Universitäten und Museen in den Niederlanden besuchen. Der Zweck ist es, allen zu zeigen, wie wichtig Wissenschaft und Technologie sind. ESTEC in Noordwijk aan Zee ist die größte Niederlassung der Europäische Weltraumorganisation ESA, (European Space Agency). Nur einmal im Jahr öffnet ESTEC die Türe für alle, die in Raumfahrt interessiert sind. Während des Tages der offenen Tür, wofür man sich vorher anmelden muss, war zu sehen wie die ESA den Weltraum auf der Erde für Experimente und Tests simuliert. Die meisten Freiwilligen erklärten auf Englisch die Technologien, die auf die Erde angewendet werden können, weil sie im Weltraum erprobt wurden. 2019 ist das Jahr des Mondes, in dem Apollos Erfolge weltweit gefeiert werden. Deswegen waren neben den niederländischen Astronauten André Kuipers auch Rusty Schweickart und Walt Cunningham anwesend, die in den 1960er Jahren für die NASA arbeiteten. Sie gehörten zu den ersten, die im Weltraum Experimente durchgeführt haben, wie das Testen des Mondlander „Lunar Modul“ und die erste Raumanzug im Weltraum. Die große Überraschung war, dass auch Alexander Gerst anwesend war und er fand es gut, dass ich ihm eine Fragen stellen konnte, nämlich: Wäre der Mondkern warm genug, um die Wärme für die unterirdischen Höhlen des Mondes bzw. sie als Energiequelle zu nutzen? Er antwortete, dass man die Wärme nicht nutzten könnte, aber das die Höhlen auf dem Mond warm genug wären, um dort zu leben. Alexander Gerst hat auch das Buch "199 Tage im All" unterschrieben, das ich mitgebracht hatte. An diesem Tag traf ich auch die Ein-Stein-Tüftler, eine Gruppe Schüler von einer AG des Albert-EinsteinGymnasiums aus Magdeburg. Sie zeigten den Besuchern dort als "First Lego League-Team" Gewinner das Roboterspiel "Into Orbit" und ihre "Mission Moon-Model“ einer Mondbasis. Es gab viel zu viel zu sehen für nur einen Tag, wie zum Beispiel der Glow-in-the-dark Raum, wo mit fluoreszierenden Pflanzen experimentiert wird. Die ESA wird in Zukunft mit Infrarot untersuchen, wie produktiv oder wie krank die Pflanzen auf Felder und in Wälder sind. Hypergravity centrifuge ist ESA’s große Zentrifuge, die sich hinter Panzerglas befindet, welches für die Erzeugung extremer Schwerkraft zuständig ist, die für wissenschaftliche Experimenten benutzt wird. Gerade als ich da war, wurde eine Test gemacht, bis 20 G (20 x Erdschwerkraft). ESTEC’ testet auch einen unbemannten Shuttle Bus, der seine eigene Position durch Gebrauch einer Kombination von Satelliten, ein Laser Radar, Bewegungssensoren und einer Kamera berechnet. Besucher wurden breit informiert über ESA Education für Grundschule und Weiterführende Schulen, welche ein breites Angebot bieten von Initiativen, die sich auf den Unterricht über den Weltraum in Bezug auf Wissenschaft, Technologie, Architektur und Mathematik in Schulen konzentrieren. In Deutschland gibt es ESERO, ein gemeinsames Project der ESA und DLR (Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt). ESERO hat das Ziel, Schüler und Schülerinnen in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Themen der Raumfahrt werden hierzu spannend dargeboten, wie zum Beispiel CanSat, MoonCamp, Climate Detectives, Mission X und AstroPi. Bitte siehe; http://esero.de/aktionen

Info zur Ein-Stein-AG unter http://www.gym-einstein.de/einstein-gym/index.php/de/ausserunterrichtliches/arbeitsgemeinschaften-im-schuljahr-2018-2019/aeg-ein-stein-tueftler