Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern!                                                                                                                                                          Prüm, den 07.07.2020

Geschafft: Die Sommerferien haben begonnen. Die sind ebenso nötig wie hochverdient. Doch der Reihe nach:
Mit jedem Schuljahresende sind Verabschiedungen verbunden. So auch am vergangenen Freitag, als wir Frau Kords und Frau Steimers-Echt, beide werden an andere Schulen in Trier und Bitburg versetzt, Herrn Schuster und Herrn Recht aber wegen des Erreichens der Altersgrenze verabschiedet haben. Auch wenn die Feier nur unter den Bedingungen stattfinden konnte, die Corona erlaubt, habe ich den vier Kolleginnen und Kollegen im Namen der Schulgemeinschaft für ihre engagierte pädagogische Arbeit gedankt. Im Falle von Herrn Recht währte diese seit 1981.            
Gehen wir noch einen Schritt zurück: Dass am vergangenen Dienstag die Nachricht aus dem Mainzer Bildungsministerium eintraf, dass unser Antrag auf Einrichtung einer Ganztagsschule in Angebotsform bewilligt wurde, hat dem Ende dieses merkwürdigen Schuljahres eine schwungvolle Perspektive verliehen (der TV und unsere Homepage www.regino-gym.de berichteten darüber).

Doch jetzt haben wir Ferien. Meinen Kolleginnen und Kollegen habe ich bei der Verabschiedung sowie in Briefform bereits sehr herzlich gedankt. Ausdrücklich möchte ich aber auch Euch, liebe Schülerinnen und Schüler, und Sie, liebe Eltern, in diesen Dank einschließen.

Mitte März von der Schließung mehr oder minder überrascht, hat sich die Schulgemeinschaft als Stressgemeinschaft bewährt:            
Mit viel Geduld haben Sie, liebe Eltern, Ihre Kinder darin unterstützt, sich auf unser digitales Angebot in all‘ seinen Formen einzulassen, Aufgaben zu finden und zu bearbeiten, ggf. im Dialog mit den Lehrerinnen und Lehrern zu klären, was zu klären war, von den ungewöhnlichen Schulzeiten einmal ganz abgesehen. Unter Coronas Herrschaft und den folglich geltenden Abstands- und Hygieneplänen gab es Schülergruppen, die drei Monate nicht die Schule besuchen „durften“ – dies ein Zitat eines klugen Schülers. Wer von Ihnen hätte sich das im letzten Sommer vorstellen können?

Ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, habt in diesen Monaten viel gelernt. Hier habt gelernt, wie schwer ein auf Regeln fußendes System wie die Schule mit einem solchen Ereignis wie einer Pandemie zurechtkommt. Ihr habt noch nie so viel über angewandte Statistik nachdenken müssen angesichts der allabendlichen Meldungen der Johns-Hopkins-Universität, die in diesem traurigen Kontext zu einer gewissen Berühmtheit gelangt ist. Ihr habt mit Hilfe der digitalen Möglichkeiten unter Anleitung eurer Lehrerinnen und Lehrer oder sehr selbstständig gelernt, Ihr habt miteinander kommuniziert, ja sogar Videokonferenzen oder Sportstunden erlebt und gestaltet. Immer wieder hörte ich von meinen Kolleginnen und Kollegen, dass es Schülerinnen und Schüler gebe, die zwar im normalen Unterricht eher zurückhaltend seien, nun aber zum Teil mit hervorragenden Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben. In meinen beiden Lerngruppen fand ich diesen Eindruck bestätigt. Vor allem aber – und das ist das Allerwichtigste – habt Ihr, haben wir alle gelernt, wie wichtig Schule als Ort nicht nur des Lernens und Arbeitens, sondern des Miteinanders, der Begegnung und der Dialoge ist. Selbst hinter den Masken verborgen, sah man die Freude, wieder in der Schule sein zu können, an den glänzenden Augen nicht nur der Schülerinnen und Schüler der Orientierungsstufe.

Kurz: Heilfroh, dass Corona unsere Schulgemeinschaft bislang verschont hat – alle Tests, die wir im Auftrag des Bildungsministeriums in der vorletzten Woche routinemäßig durchgeführt haben, waren negativ –, schaue ich als Schulleiter mit großer Dankbarkeit und echtem Stolz auf das zurück, was wir als Schulgemeinschaft in der gemeinsamen Arbeit erreicht haben.

Was Corona bedeutet und welche Folgen dieses Virus wohl mittelfristig nach sich ziehen wird, füllt die Talkshow-Abende und den Wirtschafts- bzw. Feuilletonteil aller Zeitungen. Ich mache es kurz und will für unsere Schule auf zwei Perspektiven hinweisen, die sich um einen Begriff drehen: Rhythmus.

Wir haben nach einigen Dosierungs- und Abstimmungsproblemen zu Beginn recht schnell – herzlichen Dank an Herrn Weber für seine unermüdliche Hilfe beim Feintuning – einen Rhythmus gefunden, den Unterricht digital zu führen. Dabei hat sich office 365 bewährt, das durch Beschluss des Schulelternbeirates bereits vor drei Jahren eingeführt worden war.

Wir haben unter z.T. schwierigen Bedingungen (Abstands- und Hygieneregeln, Klassenaufteilung, Aufteilung der Klassen, Gleichzeitigkeit von „Präsenzunterricht und nichtregulärem Unterricht“,…), bei deren Bewältigung wir dankenswerterweise von Herrn Welkers Gespür für das profitierten, was dem Gebäude zuzumuten war und ist, vor allem eine entscheidende Erfahrung gemacht, die wir in die Nachcoronazeit überführen können. Wir, die Lehrerinnen und Lehrer haben Euch, den Schülerinnen und Schülern, Aufgaben gegeben. Diese wurden in der Regel ordentlich, meist gut oder auch sehr gut gelöst. Nur wenige nutzten unser Angebot nicht. Die Ergebnisse Eurer Arbeit wurden dann zurückgesendet, mal im kleinen, mal im größeren Kreis vorgestellt und dann im „Präsenzunterricht“ diskutiert. Ich kann mir vorstellen, dass wir diesen Rhythmus auch nach Corona einbauen sollten, wenn wir wieder – sagen wir – Unterricht ohne Vorsilbe erteilen. Wir lassen Euch, die Schülerinnen und Schüler, auf diese Weise in größerer Ruhe zum Zuge kommen; das Gute dabei ist, dass Eure Arbeiten digital abgesichert sind.  

Wir haben Ferien, wir machen jetzt Ferien! Und das heißt abschließend, dass ich Sie und Euch jetzt nicht mit den Szenarien konfrontiere, auf die uns das Bildungsministerium in umfänglichen Schreiben einstellt. Ich meine den aktuellen  Corona-Hygieneplan    (https://corona.rlp.de/fileadmin/bm/Bildung/Corona/4._Hygieneplan_Corona_Schulen_30.06.2020.pdf)
und die Leitlinien für den Unterricht an Gymnasien, Kollegs und Abendgymnasien im Schuljahr 2020/2021 corona.rlp.de/fileadmin/bm/Bildung/Corona/Leitlinien_Gym.pdf).

Auch wenn diese Schreiben an die Schulleitungen oder an die Kollegien gerichtet sind, finden sie sich gleichsam „in Echtzeit“ auf der Corona-Homepage des Ministeriums wieder. Das hat einige Vorteile im Blick auf die Transparenz, das hat im Blick auf die Nachfragendichte auch manche Nachteile.

Über die Sommerschule muss ich Sie nicht im Detail informieren, das leistet die Homepage des Bildungsministeriums, bzw. das eigens eingerichtete Portal.  

Soweit, so gut und so offen. Ich wünsche Ihnen, liebe Eltern, und Euch, liebe Schülerinnen und Schüler, schöne, erholsame und anregende Ferien bei allzeit guter Gesundheit!

Beste Grüße

Albrecht Petri

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