Von Martin Leineweber

Die Schülerinnen und Schüler des Regino-Gymnasiums befanden sich bereits auf dem Heimweg – mit dem Gefühlskonglomerat, wie er an Zeugnistagen üblich ist. Da wurden im barocken Fürstensaal unserer Schule neben Frau Kords und Frau Steimers-Echt, die beide das Regino versetzungsbedingt verlassen, vor allem Herr Günter Schuster und Herr Friedrich Recht mit Worten des Dankes und der Würdigung, mit Urkunden, Ovationen und Musik in jenen Lebensabschnitt verabschiedet, den wir gemeinhin als „Ruhestand“ bezeichnen.  

Günter Schuster, der in Saarburg aufwuchs, in Osnabrück Kunst und Geographie studierte, dort aber zunächst als freischaffender Künstler arbeitete, unterrichtete seit 2002 am Regino-Gymnasium das Fach Bildende Kunst. Er leitete über viele Jahre die Arbeitsgemeinschaft Kunst und setzte sich hier, wie auch in seiner Zeit als freischaffender Künstler, immer wieder mit seinem Lieblingsgegenstand, nämlich dem Buch, auseinander. Seine Zukunftspläne sind sehr konkret: Zusammen mit seiner Frau, Dr. Birgit Nolte-Schuster, leitet er die Kulturfabrik am Hagelturm in Hannoversch Münden in Niedersachsen. 

Oberstudienrat Friedrich Recht — geboren im Siegerland — kam nach seinem Studium in Mainz und seinem Referendariat in Koblenz bereits im Jahre 1981 nach Prüm und konnte im Februar 2020 sein 40jähriges Dienstjubiläum feiern. Er lehrte die Fächer Latein, Mathematik und Informatik, aber auch das Fach Musik, das ihm nah am Herzen lag (und liegt). Die Würdigung des Schulleiters Albrecht Petri ging erwartungsgemäß über die eines über die Maße pflichtbewussten Kollegen hinaus: Petri dankte Recht für die Teilnahme am für die Schulentwicklung des Regino-Gymnasiums so wichtigen Projekt „Latein plus“ im Jahre 2003. Er dankte Recht ferner dafür, dass er das Regino-Gymnasium und Prüm zu seinem Lebensmittelpunkt gewählt hat und bei seiner stetigen Anwesenheit in der Öffentlichkeit, bei Festen, Konzerten, Vorträgen, kirchlichen Veranstaltungen, im Geschichtsverein, im Karneval und bei vielen weiteren Gelegenheiten immer auch ein Stück Regino-Gymnasium mitführte. Auch galt es, Friedrich Rechts integrative Rolle innerhalb des Kollegiums hervorzuheben. Mit seinem Humor, seiner Musikalität und seinem Sprachwitz wurde so mancher Geburtstag erst zu einem kleinen Fest. Vor allem aber, so Albrecht Petri, sei Friedrich Recht unbeirrbar überzeugt vom bildenden Gehalt seiner Fächer und habe seinen Schülerinnen und Schülern gezeigt, dass jene konzentrierte  Beschäftigung mit den Inhalten der Mathematik und des Lateinischen „wie ein Ruhepunkt in unruhiger Welt“ sein kann, die aber wichtige Haltungen wie Geduld und Genauigkeit anerziehe und vor allem die Phantasie anrege.