17.12.2017 :: Fachschaften / Sozialkunde / EU-Projekttag mit Michael Billen 2017 / 

„Europa wird nicht mehr scheitern!“ – EU-Projekttag mit Michael Billen, MdL, am 01.06.2017

v.l.: Aaron Igelmund, Michael Billen, MdL und Mathias Christmann. Im Vordergrund die Schülerinnen und Schüler der gesellschaftswissenschaftlichen Leistungskurse des Jahrgangs 12.

Von Mathias Christmann, Vorsitzender der Fachkonferenz Sozialkunde

Jedes Jahr im Mai findet der EU-Projekttag statt, an dem deutschlandweit politische Repräsentanten aus EU-Parlament, Bundestag und Länderparlamenten zu Besuch in die Schulen kommen. So hatte auch der Landtagsabgeordnete Michael Billen (CDU) gegenüber den Schulen im Eifelkreis den Wunsch geäußert, mit Schülerinnen und Schülern über Europa „ins Gespräch“ zu kommen. Ehrensache, dass wir als Europaschule dieses Angebot gerne angenommen haben!

Am 01.06.2017 versammelten sich die gesellschaftswissenschaftlichen Leistungskurse der Jahrgangsstufe 12 (Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde) im Fürstensaal, um den erfahrenen Landespolitiker zu seiner Beziehung zu Europa und der europäischen Einigung zu befragen und aktuelle europapolitische Fragen mit ihm zu diskutieren. Dazu hatten die Schülerinnen und Schüler am Vortag mit Herrn Diehl (12 G2) und Herrn Christmann (12 SK 1) Themen gesammelt und nach der Frage geordnet, wo uns Europa und die EU in ihrem Handeln direkt und tagtäglich präsent sind bzw. wo sie uns indirekt eben auch betreffen, ohne dass uns dies stets bewusst wäre.

Die Einleitung in die Gesprächsrunde übernahm der Schulleiter des Regino-Gymnasiums, Herr OStD Petri, der dem Gast die Entwicklung des Regino-Gymnasiums als Europaschule seit 2014 vorstellte und allen Anwesenden die Zwischenbilanz in Form von „Annäherungen an ein Europacurriculum“ präsentierte.

Den Einwurf von Seiten der Schüler gestaltete anschließend Aaron Igelmund, der zwei Tage zuvor vom Planspiel des Deutschen Bundestages, „Jugend und Parlament“, zurückgekehrt war. Er betonte das Problem der unentschiedenen Finalität der europäischen Einigung und hinterfragte die Bedeutung der wirtschaftlichen Integration als Methode, Thema und Begründung der europäischen Einigung. Wie es im Vergleich dazu um die kulturelle Integration bestellt sei, sei eine Frage, die sich gerade für eine Europaschule aufdränge.

Daran anknüpfend stellte Michael Billen heraus, was Europa für ihn bedeute und wie er das „Wozu“ und das „Warum“ europäischer Einigung begreife. Frieden und Freiheit als „vernünftige Basis für eine gerechte Welt“ seien die Werte, die Europa international in die Waagschale zu werfen habe. Gleichzeitig gelte es, sich die unterschiedlichen Ansprüche der Mitgliedstaaten an die EU bewusst zu machen: Während die Osteuropäer in der EU vor allem einen Stabilitätsgaranten sähen, seien andere Mitgliedstaaten, etwa die südlichen Länder einschließlich Frankreichs eher von ökonomischen Motiven geprägt. Unter Verweis auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit verknüpfte Billen die beiden Bereiche, indem er forderte: „Wir dürfen das nicht zulassen!“

Während allenthalben die Rede von einer Krise der europäischen Idee zu konstatieren ist, zeigte sich Billen überzeugt: „Europa wird nicht mehr scheitern. Da bin ich mir sicher!“

Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit zur ausführlichen Aussprache mit einem Parlamentarier und lenkten die Diskussion stärker auf die politische Partizipation Jugendlicher hin. Sie äußerten den Eindruck, dass sie sich häufig im politischen Diskurs nicht ernst genommen fühlten. Billen machte deutlich, dass und warum der politische Prozess komplex und langwierig sei und forderte die Schülerinnen und Schüler in eindringlichen Worten dazu auf, sich und andere zu mobilisieren, zu organisieren und ihre Anliegen wiederholt und auch gegen Widerstände vorzutragen. Es sei eine Stärke der Demokratie, dass Jeder die Chance habe, seiner Meinung zur Mehrheit zu verhelfen. Hier sei langer Atem gefragt.

Am Ende bleibt der Eindruck von einer lebhaften und durchaus kontroversen Diskussion, in der vor allem eines deutlich wurde: Wer in der Politik etwas bewegen will, der muss leidenschaftlich für seine Sache streiten. Dass die europäische Sache ein solches Engagement verdient hat, darin waren sich alle Teilnehmer des EU-Projekttages einig.


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