23.08.2017 :: Regino unterwegs / Studienfahrt nach Dublin, 2017 / 

Fáilte go hÉireann – Studienfahrt des LK Englisch nach Dublin 2017

Der LK E1 mit Frau Julia Laschefski und Jérôme Gansen "... set their eyes on sweet Molly Malone".

Von Andrej Filatov und Raffael Misakian (LK E1), Bearbeitung: Julia Laschefski

Kleeblätter, Leprechauns, Riverdance und Guinness - wenn man Menschen fragt, was sie mit Irland verbinden, fallen ihnen so einige Besonderheiten ein. Doch abgesehen von solch kuriosen Aspekten wissen die meisten kaum etwas über dieses Land. Wir, der Englisch-Leistungskurs E1, haben uns Irland als Ziel unserer Kursfahrt ausgewählt, um mehr über dieses im Schatten Großbritanniens stehende Volk zu erfahren und um ganz nebenbei unsere Sprachkenntnisse auf die Probe zu stellen.

 

Am Montagmittag erreichten wir mit dem Flugzeug die irische Hauptstadt Dublin. Eine kurze Busfahrt später waren wir an unserer Unterkunft, dem zentral gelegenen "Isaacs Hostel" angekommen. Trotz allgemeiner Müdigkeit machten wir am Nachmittag bereits unseren ersten Ausflug, da man die wenigen Tage, die wir in Irland verbringen durften, optimal nutzen wollte. Per Zug fuhren wir also zu unserem ersten Reiseziel, der Halbinsel "Howth Head". Die Stadt Howth selbst ist eine malerische und sehr windige Küstenstadt. Vom Ufer aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Irische See und auf "Ireland's Eye", eine unbewohnte Insel in Küstennähe. In der Stadt hatten wir genügend Zeit, um etwas zu essen und den Hafen zu erkunden. Anschließend machten wir eine Wanderung entlang der Küste der Halbinsel. Und obwohl es – wie es sich für den irischen Frühling gehört – kalt und windig war, lohnte sich dieser Ausflug vollkommen. Die beeindruckenden Klippen und Wiesen der Insel muss man mit eigenen Augen gesehen haben, da sie auf Bildern nicht mal annähernd so einzigartig aussehen.

 

Am nächsten Tag erkundeten wir zusammen mit einer Stadtführerin das Zentrum Dublins. Von unserem Hostel aus gingen wir los; zuerst in Richtung Westen, dann über den Fluss zum Trinity College sowie zum Dublin Castle. Unterwegs hielten wir an zahlreichen Sehenswürdigkeiten an, wie dem General Post Office, dem "Monument of Light“ (kurz “Spire") oder der Statue von James Joyce, und hörten unserer Begleiterin zu, die uns vieles über diese Orte erzählte. So erfuhren wir unter anderem vom "Easter Rising", bei dem irische Republikaner 1916 das bereits erwähnte Postamt besetzten und die Unabhängigkeit Irlands forderten. Dieser Aufstand gilt als Geburtsstunde der heutigen Irischen Republik.

Während dieser Stadtführung fiel auf, wie sehr Irland sich tatsächlich vom Vereinigten Königreich unterscheidet. So wurden alle britischen Briefkästen, die noch erhalten geblieben sind, grün angestrichen. Auch sprachlich gibt es erhebliche Gegensätze: Der berühmte irische Autor Oscar Wilde sagte einst: "I am Irish by race but the English have condemned me to talk the language of Shakespeare." Obwohl die Iren, wie in diesem Zitat deutlich wird, sehr vom Englischen abhängig sind, versuchen sie mit aller Kraft ihre eigene Sprache zu erhalten. Deshalb ist fast jedes Straßenschild nicht nur in Englisch, sondern primär auch in Irisch geschrieben. Am Abend besuchte unser Kurs den ältesten, noch aktiven Pub in ganz Dublin, den "Brazen Head". In gemütlicher Atmosphäre und mit traditionellem irischen Essen ließen wir unseren ersten vollständigen Tag in Irland ausklingen.

 

Unseren zweiten Tag verbrachten wir nicht in der Hauptstadt, sondern machten einen Ausflug in die Natur Irlands. Mit dem "Paddywagon", einem grün gefärbten Bus, fuhren wir zuerst in die Wicklow Mountains, südlich von Dublin. Unser Ziel, "Glendalough", war ein wunderschönes Tal mit zwei Seen und einer alten Klostersiedlung, die über einen Rundturm verfügte, aus dem man früher nach Wikingern Ausschau hielt. Anschließend fuhren wir, nach einem kurzen Abstecher nach Hollywood (dem irischen Original), zu unserem zweiten und letzten Ziel, Kilkenny. Neben einer eindrucksvollen Burg gab es in dieser Kleinstadt viele mittelalterliche Reihenhäuser und mehr als ein halbes Dutzend kirchlicher Anlagen, also genug Orte, die man erkunden konnte. Nach unserem Ausflug in Kilkenny ging es wieder zurück nach Dublin, da es bereits später Nachmittag war. Während der gesamten Fahrt durch den Süden Irlands erzählte uns der sympathische Busfahrer einiges über das irische Volk und die Orte, die wir auf der Reise sahen. Da er nicht nur durch seine Erzählungen, sondern auch durch abwechslungsreiche Musik und einen rasanten Fahrstil für Unterhaltung sorgte, war diese kurzweilige Reise auf jeden Fall ansprechend und interessant.

 

Am Donnerstag, dem letzten Tag unserer Kursfahrt, besuchten wir wieder das Trinity College, das wir bereits am Dienstag gesehen hatten. Diesmal wurde uns während einer Führung von einem Studenten Genaueres über die verschiedenen Gebäude, Parkanlagen und Traditionen der Universität erzählt. Unser Ausflug zum Trinity College endete mit einem Besuch der Alten Bibliothek. Im Museum des Gebäudes war unter anderem das Weltdokumentenerbe "Book of Kells" ausgestellt, das als überragendes Beispiel für die irische Buchmalerei angesehen wird. Besonders beeindruckt waren wir von der "Long Hall", einer gewaltigen Halle voller alter Schriften und Bücher, die viele Besucher auch mit der Bibliothek von Hogwarts aus Harry Potter in Verbindung bringen. Anschließend konnten wir während einer Pause etwas essen gehen und die Umgebung erkunden. Einige Schüler nutzten diese Gelegenheit, um das nahe gelegene Geburtshaus Oscar Wildes zu besichtigen, in dessen Nähe sich auch eine berühmte Statue des bereits vorher zitierten Schriftstellers befindet.

Nachmittags besuchten wir als letztes Ziel unserer Kursfahrt das Dublin Writers Museum, in dem der Kurs viel über die irische Literatur und Irlands Autoren erfahren konnte. Dies war eine gute Art, unsere Reise zu beenden, da wir als Englisch Leistungskurs fast schon gezwungenermaßen etwas über irische Literatur erfahren sollten. Zumindest wissen wir jetzt, dass viele berühmte Bücher wie "Gullivers Reisen" oder "Dracula" von irischen Autoren geschrieben wurden.

 

Alles in allem kann man sagen, dass dies eine erfolgreiche Kursfahrt war. Wir konnten viel über Irland, seine Kultur und sein Volk lernen und werden vieles in guter Erinnerung behalten. Für unseren Leistungskurs hat es sich auch zusätzlich gelohnt, da wir unsere Sprachkenntnisse tatsächlich mal außerhalb des hier in Deutschland verfügbaren Rahmens nutzen konnten, was für viele ihr erstes Mal war. Die Kursfahrt hat bewiesen, dass fast ein Jahrzehnt Englischunterricht nicht umsonst war und wir diese Sprache – trotz anfänglicher Zurückhaltung – gut beherrschen. 

Noch ein paar Eindrücke

 

Bedienung: hier klicken...

Bedienung: hier klicken ...