20.10.2017 :: Homepage / Wir sind Europaschule / 

Von Dennis Diehl für die Europa-AG am Regino-Gymnasium

Als Europaschule sehen wir es als unsere Aufgabe, uns am Projekt Europa zu beteiligen und insbesondere Gemeinsamkeiten und Kooperationsmöglichkeiten aufzuzeigen. Im vergangenen Schulhalbjahr haben sich die Schülerinnen und Schüler des Regino-Gymnasiums Prüm in fast allen Jahrgangsstufen und Fächern an ganz unterschiedlichen Unterrichtsreihen und Projekten mit Themenschwerpunkt Europa beteiligt. Daraus sind Projektideen zu ganz unterschiedlichen Bereichen entstanden. So beispielsweise zur Vernetzung europäischer Sprachen aufgrund deren verblüffender Gemeinsamkeiten, unterschiedlichen sportlichen Disziplinen aus Europa, Energiegewinnung über ganz Europa hinweg, sowie zu Aufbau und Entstehung der Europäischen Union u.v.m. Im Zuge zweier Projekttage am 06./07. Juli wurden die Ergebnisse nochmals aufgearbeitet und werden am Freitag, dem 08. Juli anlässlich unseres Europa-Schul-Festes von 14 bis 18 Uhr in den Räumlichkeiten des Gymnasiums präsentiert.

 

Europa ist im Wandel, das war es aber immer schon! Zwar gibt es die eine politische Europäische Union (EU). Diese war jedoch keine Erfindung von Maastricht 1992, sondern knüpfte an eine jahrzehntelange Tradition gegenseitiger Kooperation und Annäherung an. Nicht nur das, schon in der Antike handelten Völker im europäischen Raum grenzüberschreitend miteinander und tauschten darüber auch kulturelle Eigenheiten aus. Mächtige und große Reiche entstanden, erweiterten ihr Territorium durch Grenzverschiebungen infolge von Integration, meistens jedoch durch Eroberungen, und zerfielen letztendlich wieder. Ob durch „spätrömische Dekadenz“, mangelndes Integrationsvermögen, Korruption, militärische Bedrohungen von außen oder wachsende Partikularinteressen, dies mag von Fall zu Fall verschieden sein. Die Entwicklungen der letzten Jahre und insbesondere der Fall Großbritannien(s) geben allerdings Anlass zur Sorge, Europa sei abermals in einem Zersetzungsprozess begriffen, der all die oben genannten Erscheinungen zu Tage treten lässt und zudem noch verschärft. Die Komplexität sowohl widerstreitender Interessen als auch von Entscheidungsfindung und Umsetzung übersteigt in der Regel schlicht unser Fassungsvermögen. Spätestens mit dem Einsetzen der Wirtschafts- und Währungskrise 2010 wurde uns dann zum einen in aller Deutlichkeit vor Augen geführt, wie abhängig wir voneinander sind, und zum anderen meldeten sich eben infolge dessen mehr und mehr Europa-Skeptiker zu Wort, die Zweifel am europäischen Projekt anmeldeten und eine mögliche Rückkehr zu mehr Nationalstaatlichkeit in die Waagschale nationaler und europäischer Debatten warfen. Die Diskussion wird uns vermutlich noch lange beschäftigen.     

 

 

 

Text und Bilder vom Projekt Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit (Kerstin Ehleringer, Andrea Hoffmann, Annika Hockertz, Eric Lenz und Jonathan Esch)

Vom 6. Juli bis zum 8. Juli 2016 fanden am Regino-Gymnasium die Projekttage zum Thema Europa statt. In zahlreichen Projekten behandelten die Schüler Europa unter verscheidenen Aspekten. „Das Ziel ist es, Europa als Zeit, Raum und Netzwerk der Gedanken zu erfassen“, so Schuldirektor Albrecht Petri.

Die Schüler verarbeiteten in ihren Klassen und Kursen themenspezifisch ihre Informationen zu Präsentationen, Plakaten, sowie zu Filmen. Spaß und Zusammenarbeit wurden hierbei groß geschrieben.

Einige dieser Projekte unternahmen Exkursionen, beispielsweise fuhren zwei Klassen der 8. Stufe nach Vianden, um dort das Pumpspeicherkraftwerk zu besichtigen.

Die Orientierungsstufe der Schule beschäftigte sich zum Beipiel damit, die Stadt Prüm in verschiedenen Sprachen für Touristen schmackhaft zu machen. Andere Klassen erarbeiteten Wortherkünfte, sowie Wortstammbäume, um das Sprachenlernen in Englisch, Französisch oder auch Latein zu vereinfachen. Die Ergebnisse stellten sie in Plakaten oder auch Broschüren vor.

Für das leibliche Wohl der Besucher sorgte die 8n mit ihrem Projekt „Europa geht durch den Magen“. Nachdem sie verschiedene europäische Gerichte kennen gelernt und gekocht haben, wurden diese am Tag der Präsentation an die Besucher verteilt.

„Da in den letzten Jahren die Krisen in Europa stark zugenommen haben, wollten wir mit unserem Projekt in einem Film die Probleme satirisch darstellen", so Herr Brosowski, welcher mit seiner Klasse 10a2 einen Film über die Krisen in Europa drehte.

In der Oberstufe wurde das Thema „Natur“ hervorgehoben. Die Biologie Leistungskurse des elften Jahrangs beschäftigten sich mit diesem Thema im Bezug auf die Angepasstheit von Pflanzen an verschiedenen Standorten in Europa. So betrachteten sie Pflanzen, indem sie  Standorte und biotischen Faktoren jeder einzelnen bestimmten. Zudem analysierten sie deren Aufbau durch Mikroskopieren.

Aber nicht nur die Schüler waren positiv beeindruckt. Das Verhältniss zwischen Schülern und Lehrern sei über den Unterricht hinaus verbessert worden, so Herr Weis. Am Tag der offenen Tür, dem 8. Juli, sind zahlreiche Eltern und Besucher erschienen und konnten neue Informationen zum Thema Europa sammeln.

Doch die Besichtigung der Projeke war nicht das einzige Higlight des Tages. OStD Albrecht Petri ist an diesem Tag offiziell als Schulleiter des Regino Gymnasiums eingeführt worden. Die Feierlichkeit wurde musikalisch von den Chören und Orchestern untermalt. Zahlreiche Gäste sowie das SV-Team unserer Schule wünschten dem neuen Schulleiter in vielen Reden für die Zukunft und die Leitung unserer Schule alles Gute. Nach den Vorstellungen der Projekte, im gesamten Schulgebäude, fand am Abend in der Turnhalle ein gut besuchtes Ehemaligenfest statt.

Dieser ereignisreiche Tag wird den Schülern und Schülerinnen noch lange in positiver Erinnerung bleiben.

 

 

Ein Plädoyer für die Europäische Union

Dr. Henrik Schott, Präsident des Europäischen Jouranlistenverbandes in der Aula des Regino-Gymnasiums

Aus dem Trierischen Volksfreund vom 5.6.2016 mit freundlicher Genehmigung

(Prüm) Hendrik Schott, Präsident der Vereinigung Europäischer Journalisten war am Freitag, 3. Juni, Gast im Regino-Gymnasium, um über den Journalismus und die Pressefreiheit zu sprechen. Selbstkritische Worte kamen nicht zu kurz.

Im Gegensatz zu vielen anderen Veranstaltungen in der Region, die wegen des Unwetters der vergangenen Tage abgesagt werden mussten, konnte eine ungehindert stattfinden - haben die Mauern des alten Prümer Abteigebäudes doch schon so einige Widrigkeiten überstanden:
Auf Einladung des Vereins der Ehemaligen und Freunde des Regino-Gymnasiums Prüm hielt der Präsident für die deutsche Sektion der Vereinigung Europäischer Journalisten, Hendrik Schott, im Fürstensaal des Prümer Regino-Gymnasiums einen Vortrag zum Thema journalistische Arbeit und Pressefreiheit in Europa. (weiterlesen)

 

Wir sind Europaschule!
Das "Europakollegium" am Regino

Was seit Januar feststand, wurde am 05.05.2015 offiziell: Das Regino Gymnasium Prüm ist nun Europaschule des Landes Rheinland-Pfalz. Die Feierstunde, in der das Zertifikat verliehen wurde, fand im Mainzer Bildungsministerium statt. Die Schulgemeinschaft des Regino war vertreten durch Juliane Thommes, Elisabeth Kremer (beide 10a2), Pascal Sepp (Jgst.12), Frau Backes als Elternvertreterin sowie durch die Herren Welker und Petri.

Wie bereits berichtet, war der Antrag auf Zertifizierung eine der letzten Amtshandlungen von Herrn OStD i.R. Peter Pelz. Dabei galt es, die Kriterien des Ministeriums zu beachten: 1) Europaprofil, 2) Schwerpunkt Fremdsprachenkompetenz und 3) internationale Begegnungen. Dass der umfangreiche Antrag des Regino-Gymnasiums in allen drei Bereichen Überzeugendes geboten habe, betonte MR Dr. Sundermann in seinem ebenso engagierten wie anregenden Grußwort, das den Studientag des Prümer Kollegiums am 07.05.2015 eröffnete. Das Thema des Studientages lautete „Regino in Europa – Europa am Regino“. Als kommissarischer Schulleiter nahm Herr Petri die „Steilvorlage“ seines Vorgängers sowie die Gedanken seines Vorredners, die mit einem klaren Bekenntnis zum europäischen Gedanken endeten, auf:  Er lud seine Kolleginnen und Kollegen zu der spannenden  Aufgabe ein, ein Europacurriculum für das Regino-Gymnasium Prüm zu entwickeln. Dies bedeute konkret: Was soll ein Schüler oder eine Schülerin auf ihrem Weg durch das Regino-Gymnasium in welchem Fach oder in welcher fächerverbindenden Kooperation und vor allem wann über Europa lernen? Petri versteht „Europa als einen Raum, der vom Diskurs zwischen Menschen, Gedanken und Disziplinen lebte und lebt.“ Er wünscht sich, dass die Schülerinnen und Schüler des Regino-Gymnasiums, „...wenn sie dereinst das Europacurriculum kennengelernt haben, durch das Wissen um den Traditionsraum und den Wert der damit verbundenen Werte Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft dieses Raumes zu übernehmen in der Lage sind. Und dann auch anfangen, es zu tun, welche Krise auch immer gerade zu bewältigen sei.“ Damit verweist er auf den Althistoriker Christian Meier: „In der Fähigkeit aber zu Anfängen, zu Neuanfängen – könnte es sein dass gerade darin die Eigenart europäischer Kultur liegt, seit den Griechen“ (Von Athen bis Auschwitz, München  2002, S. 100).

Der Studientag wurde von einer Arbeitsgruppe aus Kolleginnen und Kollegen gründlich vorbereitet. Dieselbe Gruppe wird auch die Arbeitsergebnisse der ca. 10 Themengruppen sammeln, die am Studientag  arbeiteten, und in Richtung auf das Europacurriculum bündeln.

Red

Staatssekretär Hans Beckmann, Juliane Thommes (Schülerin Klasse 10a2), Schulleiter Albrecht Petri, Pascal Sepp (Jgst. 12), stellv. Schulleiter Stephan Welker, Elisabeth Kremer (10a2), Staatssekretärin Jacqueline Kraege, Heidi Backes (Mitglied im Schulelternbeirat).

Das Europa-Zertifikat
StD Stephan Welker, OStD a.D. Peter Pelz, StD Albrecht Petri und MR Dr. Klaus Sundermann (v.l.)
StR Volker Metzen zeigt Herz.
Regino in Europa – Europa am Regino: Lehrerinnen und Lehrer kreativ
„Das ist eine Steilvorlage“ (Text und Bild von Fritz-Peter Linden, Trierischer Volksfreund)
Direktor Albrecht Petri mit den Schülern Dominik Gillenkirch (links) und Helena Peifer-Weihs in der international vernetzten Mediothek ihrer Schule. Foto: Fritz-Peter Linden

Nicht nur ein schöner Titel: Regino-Gymnasium wird als eine der ersten Einrichtungen landesweit zur Europaschule

Das Regino-Gymnasium Prüm wird im Mai von Landes-Bildungsministerin Vera Reiß mit dem Zertifikat „Europaschule“ ausgezeichnet. Dahinter verbirgt sich mehr als nur ein weiterer gut klingender Titel.

 

Prüm. In Albrecht Petris Direktorenbüro im Regino-Gymnasium Prüm hängt ein ziemlich cooles Motiv: ein Solidarnosc-Plakat mit Kino-Westernheld Gary Cooper drauf, sozusagen als Gewerkschafts-Sheriff.

Das Bild aus revolutionären Zeiten dürfte auch den polnischen Kollegen zugesagt haben, die vorige Woche zu Gesprächen am Regino waren – der Auftakt für eine neue Partnerschaft zwischen den Prümern und der Einrichtung in Krakau – „eine wunderbare Schule im ehemaligen jüdischen Viertel“, sagt Petri.

Die Krakauer sind die bisher letzten, mit denen die Abteistädter eine Partnerschaft eingegangen sind – mit dem Gymnasium in St. Vith und neun weiteren Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft pflegt man schon lange einen Austausch, die Bibliotheken sind miteinander vernetzt: „Da kommt jede Woche ein Kurier und bringt Bücher, die wir bestellen“, sagt Petri – und umgekehrt nutzen die Belgier die Bestände der deutschen Eifeler. Weitere Kooperationen unterhält man mit Schulen in England, Frankreich und Tschechien.

Diese florierenden Freundschaften sind nur ein Grund, warum Bildungsministerin Vera Reiß das Gymnasium im Mai mit dem Zertifikat „Europaschule“ auszeichnet, was Petri sehr freut: „Das ist nicht nur eine Würdigung, sondern eine Steilvorlage – das gibt Wind in die Segel.“

Das Prümer Modell

Denn die Prümer haben bereits vor Jahren unter Petris Vorgänger Peter Pelz, der auch den Antrag für die Zertifizierung stellte, damit begonnen, sich ein europäischeres Profil zu geben und zugleich auf aktuelle Entwicklungen einzugehen. Ein Beispiel ist das „Prümer Modell“, auf das man hier sozusagen Markenschutz hat. Denn am Gymnasium hat man vor einigen Jahren in der fünften Klassenstufe Unterricht in einer zweiten Fremdsprache eingeführt: Das heißt: Man kann mit Latein und Englisch beginnen – oder mit Englisch und Französisch. Und eben diese zweite Fächerkombination, sagt Petri, „gibt es in dieser Form landesweit nicht“. Damit habe man darauf reagiert, dass in der Eifel bereits viele Kinder in den Grundschulen Unterricht in Französisch erhalten – „damit das auch fortgeführt werden kann“. Ein weiterer Punkt, der die Prümer so europäisch macht: Unterrichtsreihen in Geschichte, Sozial- und Erdkunde, die auf Englisch gehalten werden. Das habe man begonnen in der Zeit, als Christiane Billen und Julia Jung als Referendarinnen am Gymnasium ausgebildet wurden – inzwischen haben beide dort eine Planstelle und setzen das zweisprachige Angebot fort.

Außerdem beteiligte sich das Gymnasium in den vergangenen beiden Jahren am Comenius-Projekt: „Insgesamt haben da sieben Schulen aus sieben Ländern mitgemacht“, sagt Oberstuflerin Helena Peifer-Weihs. Dabei sei es um Themen wie Nachhaltigkeit und Umwelt gegangen, jede Schule habe einzelne Projekte verantwortet, man besuchte einander, es sei eine interessante Erfahrung gewesen. Und schön zu sehen, wie zwei Schülerinnen vom Regino, deren Familien aus Italien stammen, ihre Besucher aus Südeuropa in der Landessprache durch die Eifel geführt hätten – Chiara Murazzo und Palmira Bruni.

Schüler Dominik Gillenkirch findet den Titel Europaschule „schon gerechtfertigt“, wie er sagt. „Weil an unserer Schule ja auch viele Sprachen unterrichtet werden.“ Neben Latein, Griechisch, Englisch und Französisch kann man sich in Prüm auch Arbeitsgemeinschaften anschließen für Spanisch, Italienisch oder Polnisch.

Noch vieles mehr ist geplant – was dabei alles umgesetzt werden soll, wird eine frisch gegründete Arbeitsgruppe entwickeln. So soll ein eigenes Curriculum zum Thema entwickelt werden, in dem man aufführt, wann ein Schüler in welchem Unterricht mit bestimmten Aspekten zum Thema Europa Einblick erhalten kann – alles unter dem Motto: „Regino in Europa – Europa am Regino.“

Mehr als hehre Worte

Das Regino-Gymnasium Prüm ist nicht nur wegen seiner Grenznähe prädestiniert, eine echte Europaschule zu sein. Dort weht schon länger ein internationaler Geist, und was Peter Pelz klug angestoßen hat, führt Nachfolger Albrecht Petri nun mit spürbarem Elan weiter. Und man sieht, dass an der Schule mehr als nur Zertifikate aufgehängt werden – es steckt Substanz dahinter. Auf dass noch mehr Grenzen fallen und der Begriff vom geeinten Europa mit Sinn gefüllt wird. Gerade in diesen Zeiten.


Bedienung: hier klicken...