20.08.2014 :: Austauschfahrten / Brno, Tschechien / 
Elterninformationsschreiben zum Brno-Austausch 2013

    Austausch Prüm-Brnó

    Die ersten Schritte zu unserem Schüleraustausch, an dem 24 Schüler/innen aus den Klassen 9n1, 9n2, 9p und 10a sowie Herr Gerlach und Herr Schumacher teilnahmen, machten wir bereits im Januar, indem wir kurze Steckbriefe von uns anfertigten und diese mit Passfotos versahen.

    Nachdem die Steckbriefe abgeschickt waren, begann eine recht lange Zeit des Wartens, bis die ersten Mails bei manchen Schülern ankamen. Sofort wurde davon natürlich den noch Wartenden erzählt.

    In den Osterferien trudelten dann auch die letzten Briefe aus Tschechien ein. Nun wusste man, wen man als Partner für eine Woche lang haben würde, und begann die Gastgeschenke zu kaufen und die letzten Dinge für die Fahrt zu klären. Ich sollte bei einer siebenköpfigen Familie untergebracht werden.

    Montags vor der Fahrt kam dann auch die Nervosität bei den letzten Schülern an, jeder war gespannt, wie ihn seine Gastfamilie aufnehmen würde. So ziemlich jeder ging an diesem Abend früh schlafen, da die Abfahrt nach Brno schon um 6:00 Uhr morgens war. Wir saßen dienstags morgens im Auto und wünschten uns ins Bett zurück. Aber es war zu spät, der Austausch hatte begonnen.

    Durchzählen, alle waren da. Die Türen des Busses schlossen sich und Punkt sechs Uhr setzte sich der Bus dann in Bewegung. Die Eltern winkten zum Abschied.

    Schnell lag Vertrautes hinter uns, Rheinland-Pfalz, Hessen, und schon waren wir in Bayern.

    Als wir die Grenze nach Tschechien überquert hatten, ohne dass wir kontrolliert worden waren, freuten wir uns schon auf ein gemütliches, warmes Bett.

    Den ersten Kontakt mit der tschechischen Sprache hatten wir in einem McDonald’s, wo wir versuchten uns zu verständigen, was später dann mit Händen und Füßen gelang. Ein Schild, welches anzeigte, dass Brnó nicht mehr weit entfernt sei, führte zu einem extremen Anstieg des Lärmpegels im Bus.

    Als der Bus stand und wir unsere Austauschpartner sahen, traute sich niemand so recht aus dem Bus. Es war eine ungewohnte Situation. Niemand wusste, was auf ihn zukam. Schließlich machte ich den Anfang. Ich ging jedoch nicht auf meinen Austauschschüler zu, sondern wartete, bis er zu mir kam.

    Ich hatte Glück. Wir fuhren nicht lange. Meine Gastfamilie wohnte nahe am Zentrum.

    Kaum dort angekommen, gab es auch schon Abendessen. Nachdem ich ein paar Worte mit der Gastfamilie gewechselt hatte, ging ich zu Bett. Ich musste erst einmal realisieren, dass ich in Tschechien angekommen war. Ich musste mich erst einmal zurecht finden. Es gab viele Kreuze und Bilder, die die Gottesmutter Maria darstellten. Die Familie war sehr gläubig.

    Der nächste Morgen läutete den ersten von sechs Tagen voller aufregendem und interessantem Programm ein. Wir genossen einen sehr schönen Ausflug in die naheliegenden Tropfsteinhöhlen. Dort wurden wir durch das Höhlensystem geführt, worauf eine Bootsfahrt durch die Gewässer der Tropfsteinhöhle folgte. Daraufhin fuhren wir mit einer Gondel zu einem Aussichtspunkt zur "Stiefmutterschlucht".

    Am Ende dieses Tages war schon ein freundschaftliches Verhältnis zwischen uns und den Austauschschülern gewachsen. Danach wurden wir von ihnen zu einem kleinen Konzert eingeladen. In der Band spielte Thomaz, einer der tschechischen Schüler, das Schlagzeug. Für mich war dies auch ein besonderes Erlebnis, weil der Bruder meines Austauschpartners auch in der Band spielte. Dieser Abend war spaßig, da wir vor der Bühne den Pogo zelebrierten. Und damit ging auch der zweite Tag fröhlich zu Ende.

    Diese Nacht war auch wieder ein sehr kurze, denn am Donnerstag trafen wir uns bereits um 8:00 Uhr vor dem Biskupské Gymnasium. Es sollte ein Rundgang durch die Schule folgen. Die Schüler versuchten uns etwas über die Schule und die einzelnen Begebenheiten auf deutsch zu erzählen. In dem tschechischen Gymnasium ist einiges anders als bei uns in Deutschland. Dort wechseln nicht die Lehrer den Raum, sondern die Schüler. Die Klassenräume sind für unsere Verhältnisse altmodisch. Desweiteren ist die Unterrichtsführung ganz anders. Ich besuchte zum einen eine Unterrichtsstunde im Fach Latein. Von zehn Schülern arbeiteten nur zwei Schüler mit. Die einen unterhielten sich und tranken währenddessen Tee. Die anderen spielten mit dem Handy. In der zweiten Stunde besuchte ich den Englischunterricht. Dort wurde zwar gründlich gelernt, jedoch machte aus der gesamten Klassen niemand die Hausaufgaben. In dieser Stunde beindruckte mich, dass wir in Deutschland zur Zeit mit dem Lernstoff weiter sind als tschechische Schüler aus der zehnten Klasse. Es folgte eine kleine Präsentation der Stadt Brno. Die Schüler hatten ein Video vorbereitet. Jetzt sollten wir die Schulcafeteria kennen lernen. Wir gingen mit einem traurigem Gesicht. Das Essen war für uns gewöhnungsbedürftig. Um 13:45h begann ein Stadtrundgang. Unsere Austauschpartner hielten kurze Referate über die historischen Begebenheiten in Brnó. Als dieser Rundgang beendet war, hatten wir den Rest des Tages Freizeit. Ich ging mit Vojta, meinem Austauschpartner, zu einem seiner Freunde. Dort spielten wir ein kleines aber lustiges Spiel, wobei man Begriffe auf Englisch erklären musste und der andere dieses Wort auf Deutsch erraten musste. Man durfte das zu erratende Wort jedoch nicht in der Erklärung benutzen. Dort ließen wir den Abend schön ausklingen.

    Am Freitag hatten wir einen Ausflug nach Wien. Dort angekommen, machten wir, in Gruppen aufgeteilt, eine Stadtralley. Dabei mussten wir einen Fragebogen beantworten. Die schnellste Gruppe sollte gewinnen. Jedoch schlossen sich schon nach kurzer Zeit viele Gruppen zu einer Gruppe zusammen. Danach fuhren wir wieder nach Brno. Das Wochenende nutzten wir dazu um uns ein wenig sportlich zu betätigen. Wir trafen uns alle in dem großen Einkaufszentrum in Brnó. Dort hatten wir Zeit um ein wenig shoppen zu gehen. Danach teilten wir uns in zwei Gruppen. Die eine Gruppe ging schwimmen. Die Mehrzahl von uns ging jedoch auf den Fußballplatz ein wenig kicken. Am Sonntag fuhren 6 Personen von uns ins Cybercafe. Dort spielten wir zusammen Computergames. Die anderen gingen zum Bowlen. Abends folgte dann die Abschlussparty im Gymnasium. Diese dauerte von 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr. Dort wurden noch einmal Freundschaften vertieft und man hatte zusammen Spaß. Wir unterhielten uns über die vergangene Woche und diskutierten über vielerlei Sachen.

    Am anderen Morgen packte ich meine Klamotten und meine diversen Käufe in meinen Koffer und verabschiedete mich von der Familie. Nun fuhren wir nach Prag. Dort verabschiedeten wir uns von unseren Austauschschülern. Sie fuhren direkt mit dem Zug nach Brnó zurück. Jetzt hatte jeder noch die Chance, etwas für die in Deutschland schon sehnsüchtig wartende Familie zu kaufen. Die meisten machten Gebrauch davon. Damit wollten sie ihren Eltern danken, dass sie ihnen diese wunderbare Zeit ermöglicht hatten. Später am Abend gingen wir noch ins Kino und schauten uns den Film "Der Vorleser" an. Dieser lief in englischer Sprache und mit tschechichem Untertitel. Wir kehrten zum Bus zurück.

    Nun war jeder müde und wollte im Grunde genommen nur noch schlafen. Das gab natürlich niemand zu.

    Aber nach und nach schliefen wir alle ein. Letzter Halt in Tschechien, Tankstelle. Letzte Kronen wurden ausgegeben, mehr schlafwandelnd als wach.

    Die erste Rast in Deutschland war das McDonalds, von dem niemand mehr weiß, wo es stand. Daraufhin folgte früh morgens noch eine Frühstückspause, bei der die meisten Zeitung lasen, damit man wusste, was zur Zeit aktuell in Deutschland ist. Am Hahnplatz angekommen, wollte jeder nur noch in sein eigenes Bett.

    Die Fahrt im Allgemeinen war eine riesige Erfahrung für jeden von uns. Die Stimmung war jederzeit super. Man sollte jedoch am Rande noch erwähnen, dass auch nicht immer alles abgelaufen ist, wie es sollte. Aber das passiert, wenn man mit einer großen Gruppe auf eine lange Reise fährt.

    Die Vorfreude auf den zweiten Teil des Austausches, wenn unsere Gastschüler zu uns kommen, wird lediglich getrübt durch die Tatsache, dass es noch fast ein ganzes Jahr dauert, bis sie kommen. Wir freuen uns auf den Gegenbesuch und hoffen, dass es unseren Gastschülern hier ebenso gut gefällt, wie es uns bei ihnen gefallen hat.

    Ahoj!