Die ersten Schritte zu unserem Schüleraustausch, an dem 24 Schüler/innen aus den Klassen 9n1, 9n2, 9p und 10a sowie Herr Gerlach und Herr Schumacher teilnahmen, machten wir bereits im Januar, indem wir kurze Steckbriefe von uns anfertigten und diese mit Passfotos versahen.
Nachdem die Steckbriefe abgeschickt waren, begann eine recht lange Zeit des Wartens, bis die ersten Mails bei manchen Schülern ankamen. Sofort wurde davon natürlich den noch Wartenden erzählt.
In den Osterferien trudelten dann auch die letzten Briefe aus Tschechien ein. Nun wusste man, wen man als Partner für eine Woche lang haben würde, und begann die Gastgeschenke zu kaufen und die letzten Dinge für die Fahrt zu klären. Ich sollte bei einer siebenköpfigen Familie untergebracht werden.
Montags vor der Fahrt kam dann auch die Nervosität bei den letzten Schülern an, jeder war gespannt, wie ihn seine Gastfamilie aufnehmen würde. So ziemlich jeder ging an diesem Abend früh schlafen, da die Abfahrt nach Brno schon um 6:00 Uhr morgens war. Wir saßen dienstags morgens im Auto und wünschten uns ins Bett zurück. Aber es war zu spät, der Austausch hatte begonnen.
Durchzählen, alle waren da. Die Türen des Busses schlossen sich und Punkt sechs Uhr setzte sich der Bus dann in Bewegung. Die Eltern winkten zum Abschied.
Schnell lag Vertrautes hinter uns, Rheinland-Pfalz, Hessen, und schon waren wir in Bayern.
Als wir die Grenze nach Tschechien überquert hatten, ohne dass wir kontrolliert worden waren, freuten wir uns schon auf ein gemütliches, warmes Bett.
Den ersten Kontakt mit der tschechischen Sprache hatten wir in einem McDonald’s, wo wir versuchten uns zu verständigen, was später dann mit Händen und Füßen gelang. Ein Schild, welches anzeigte, dass Brnó nicht mehr weit entfernt sei, führte zu einem extremen Anstieg des Lärmpegels im Bus.
Als der Bus stand und wir unsere Austauschpartner sahen, traute sich niemand so recht aus dem Bus. Es war eine ungewohnte Situation. Niemand wusste, was auf ihn zukam. Schließlich machte ich den Anfang. Ich ging jedoch nicht auf meinen Austauschschüler zu, sondern wartete, bis er zu mir kam.
Ich hatte Glück. Wir fuhren nicht lange. Meine Gastfamilie wohnte nahe am Zentrum.
Kaum dort angekommen, gab es auch schon Abendessen. Nachdem ich ein paar Worte mit der Gastfamilie gewechselt hatte, ging ich zu Bett. Ich musste erst einmal realisieren, dass ich in Tschechien angekommen war. Ich musste mich erst einmal zurecht finden. Es gab viele Kreuze und Bilder, die die Gottesmutter Maria darstellten. Die Familie war sehr gläubig.