(Siehe weiter unten für eine französische Version dieses Textes)
Ziel der in der Partnerschaftsarbeit zwischen Regino-Gymnasium und Petit Séminaire Virgo Fidelis in Butare (heute Huye) aktiven Lehrer und Schüler war es seit längerem, dauerhaftere persönliche Kontakte zu ermöglichen. Diesem Anliegen diente bereits der Besuch der Schüler und Lehrer des Petit Séminaire anlässlich des Ruandatags in Prüm im September 2010. Durch ihre persönliche Anwesenheit wurde der über 25 Jahre andauernden Partnerschaft ein Gesicht verliehen, welches einen nie dagewesenen Grad an Vertrautheit schaffte. Und so war der Gegenbesuch der Schuldelegation des RGP zwischen dem 14. und 28. Juni 2011 nicht nur ein Akt der Pflichterfüllung, nicht nur die Repräsentation unserer Schule und unseres Bundeslandes, sondern persönliches Bedürfnis der Teilnehmer nach einem Wiedersehen.
Das Programm der Reise sah dementsprechend viel Zeit für gemein-same Unternehmungen mit Schülern und ehemaligen Schülern des Petit Séminaire vor. Dazu gehörte der Besuch der Genozid-Gedenkstädte Gisozi, der Besuch des ruandischen Nationalmuseums und eine Wanderung durch den Bergregenwald Nyungwe im Südwesten des Landes. Zu den kostbarsten Erfahrungen der Reisegruppe, insbesondere derer, die im Vorjahr Gastgeber gewesen waren, zählte der Besuch im Hause zweier Familien in der Umgebung Butares. Unter den besonderen Umständen war dies ein bewegendes Zeichen der Gastfreundschaft, wie es selbst unsere ruandische Reisebegleiterin nicht erwartet hätte.
Schon der durch den machtvoll-archaischen Klang der Ingoma-Trommeln ange-kündigte Empfang der Prümer Gäste in der Aula der Partnerschule, bei der alle Schüler und Lehrer zugegen waren, war eine große Willkommensgeste. Father Justus Musinguzi, Direktor der Schule, unterstrich in seiner mit zahlreichen Gesangsbeiträgen umrahmten Begrüßung die zukunftsweisende Bedeutung dieses Gegenbesuchs für die Beziehung zwischen den Schulen und zeigte sich überaus dankbar für die Unterstützung verschiedener Projekte durch das Regino-Gymnasium. Frau Dreher, Leiterin der Ruanda-AG und Benjamin Schürmann, als Vertreter der Schülerschaft, erwiderten den Gruß und brachten ihrerseits die Freude über die Gelegenheit zum Ausdruck, Land und Leute nun aus nächster Nähe kennenzulernen.
Ein Volleyball-Turnier, Karate-Showkämpfe und das Ausprobieren des als Gastgeschenk importierten Keyboards ermöglichten im Zuge des Besuchs eine entspannte Begegnung.
Im weiteren Verlauf der Reise, welcher an anderer Stelle gesondert dokumentiert ist, besuchte die Reisegruppe Kibuye (heute Karongi) am Kiwusee. Eine Bootsfahrt brachte sie nach Gisenyi (heute Rubabu), dicht an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo gelegen. Auf dem Weg nach Ruhengeri (heute Musanze) besuchte sie eine Teefabrik. Das dortige Hotel diente als Ausgangspunkt für verschiedene Expeditionen im Virunga-Nationalpark. Nach einer weiteren Übernachtung in Kigali führte der Weg in den Osten des Landes, zu den Rusumo-Wasserfällen an der Tansanischen Grenze, zum Frauenprojekt Imigongo und zum Akagera-Nationalpark.
Eingerahmt wurde die Reise durch den Besuch der Reisegruppe im Partnerschaftsbüro Rheinland-Pfalz-Ruanda in Kigali am ersten und am letzten Tag. Dies ermöglichte anfänglich eine Bewusstmachung eigener Erwartungen und Reiseziele und am Ende der Reise eine erste Bewertung des Erlebten.
M. Leineweber