Was ist „Le Parkour“ und was „Freerunning“?
Ausgehend von der urbanen Bewegungsform Parkour (zu Deutsch Hindernislauf), welche David Bellé aus der „Méthode Naturelle“(das effiziente Bewegen in der Natur) in den späten 80er Jahren auf den urbanen Raum in Nordfrankreich übertrug, entwickelte sich im Laufe der Zeit das Freerunning.
Beim Parkour ist das möglichst schnelle und effektive Überwinden von Hindernissen im städtischen Raum das primäre Ziel (siehe Youtube: Parkour rockz Berlin ,1:41 min; http://www.youtube.com/watch?v=T2T5bGqotQc), wohingegen beim Freerunning das Zeigen von akrobatischen Bewegungen (z.B. Saltos und Schrauben) in der Stadt im Vordergrund steht (siehe Youtube: The World's Best Parkour and Freerunning 2012, 5:30 min; http://www.youtube.com/watch?v=NX7QNWEGcNI).
Parkour versteht sich nicht als Trendsportart, wie sich das später aus ihm entwickelte Freerunning, sondern als Kunstform, die keinen Wettkampfgedanken beinhaltet. Man möchte nicht sein Können zur Schau stellen oder sich mit anderen messen, sondern das Gefühl der Freiheit, die Entwicklung von Willensstärke, das Erkennen seiner Grenzen und die Überwindung von Ängsten erfahren. Diese Auseinandersetzung mit sich und seinem Körper hilft den „Traceuren“, so heißen die Akteure dieser Sportart, eine Beziehung und ein Gefühl zu sich und seinem Körper zu entwickeln. Grundtechniken, die im Parkour entwickelt wurden, finden auch beim Freerunning Verwendung, da beide Sportformen eng miteinander verwandt sind.
Parkour/ Freerunning im Sportunterricht
Parkour und Freerunning sind Sportarten, die man alleine oder mit Freunden ausüben kann. Jeder kann sich individuell fördern und fordern und sein eigenes Leistungsniveau bestimmen. Der Spaß an der Bewegung ist bei jedem vorhanden, egal ob bei leistungsstärkeren oder leistungsschwächeren Schülern. Ein gewisses Wagnis ist immer mit dabei, wobei man sich selbst die Grenzen setzen kann und sich nicht von anderen fehlleiten lassen sollte. Hier sei auch gleich der Aspekt der Sicherheit und der Verantwortung für die eigene und auch für die Gesundheit der anderen erwähnt. Le Parkour ist eine Sportart, die man überall und jederzeit durchführen kann. Viele der Basistechniken von Parkour sind vergleichbar mit Grundformen turnerischer und z.T. auch leichtathletischer Bewegungsformen, wie z.B. Laufen, Springen, Klettern, Hängen, Kehren, Wenden, Balancieren, Rollen, Kippen und Stützen. Wie die einzelnen Hindernisse jedoch zu überwinden sind, wird bei Parkour nicht vorgeschrieben. Somit gibt es auch keine exakt definierte Ausführung der Techniken.
Ausgehend von den Grundprinzipien des Parkours entwickelten die Schüler der Klassen 9n2 und 10p im Rahmen des Sportunterrichts eigene Bewegungsausführungen, um Hindernisse in der Halle effektiv (Parkour), aber auch akrobatisch (Freerunning), zu überwinden. Auch hier trat der Wettkampfgedanke in den Hintergrund, da die Auseinandersetzung der Schüler mit ihrem Körper und seinen Bewegungsmöglichkeiten Ziel des Unterrichts war. Dabei wendeten die Schüler bereits bestehende Techniken der Sportart Parkour an, wie z.B. Roulade, Tic- Tac, Franchissement oder Saut de précision (siehe Fotos), oder sie entwickelten ganz eigene Bewegungsabläufe, um verschiedene Hindernisse zu überwinden.
Am Ende der Unterrichtsreihe filmten sich die Klassen 9n2 und 10p bei der Ausübung von Parkour in der Sporthalle und schnitten anschließend ein Video aus dem gesammelten Material, welches sie nach dem Einverständnis aller Klassenmitglieder auf Youtube veröffentlicht haben. Jeder der interessiert ist, mal zu schauen, wie Schüler eine moderne Trendsportart aus der Stadt in die Sporthalle übertragen, können sich